Wie gefährlich ist der GdL-Streik?
- arbeit-resultat-ma
- 7. Mai 2015
- 2 Min. Lesezeit
Seit Montag wird der Zugverkehr der Bahn AG bestreikt. Und Alle reden von der Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Aber, wie gefährlich ist dieser Streik wirklich?
Zunächst darf festgehalten werden, dass das Streikrecht ein probates Mittel im Arbeitskampf ist, und das ist gut so. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass Streiks nur selten, als letztes Mittel, eingesetzt wurde, wenn alle Verhandlungsoptionen im Tarifstreit ausgeschöpft waren. Die Tarifpartner scheuten diese Option, solange sie noch andere Möglichkeiten der Einigung sahen.
Im aktuellen Geschehen stellt sich dieser Arbeitskampf allerdings ganz anders dar. Der Tarifstreit stinkt geradezu nach einem reinen Machtkampf, der dazu dienen soll, der kleinen Gewerkschaft der Lokführer (und damit natürlich, vor Allem, Herrn Weselsky) mehr Einfluss zu verschaffen. Dafür riskiert der Gewerkschaftsführer Einiges.
Zunächst einmal hat er jetzt - für eine ganze Woche - den Güterverkehr lahmgelegt. Vom Personenverkehr wollen wir jetzt noch nicht reden. Die Auswirkungen sind erheblich: Die gesamte Wirtschaft, besonders aber die Produktionsbetriebe, arbeiten seit Jahren "just in time", heißt: zeitnah. Es gibt kaum noch Vorratslagerhaltung, und wenn, dann nur für wenige Tage Vorlauf. Das bedeutet aber, man ist auf schnelle, kurzfristig nutzbare, Verkehrsverbindungen angewiesen.Wenn diese nicht mehr bereitstehen, müssen andere Verbindungen gesucht werden. Das bedeutet für die Bahn, ihre Kunden springen ab, und wer weg ist, kommt nicht mehr wieder.
Wenn also jetzt nur 10% der bisherigen Bahnkunden wegfallen, hat das zur Folge, 10% der Züge fahren nicht mehr. Das wiederum bedeutet, 10% der Lokführer werden entlassen werden müssen, da sie nicht mehr beschäftigt werden können.
Ist das im Sinne herrn Weselskys, einmal ganz abgesehen von dem Schaden, den er dem Ansehen der gesamten Bahn AG und der gesamten deutschen Wirtschaft antut? Ob er soweit gedacht hat? Ich fürchte allerdings, dass ihm diese Folgen schnurzpiepegal sind. Dass Tausende Arbeitnehmer jetzt um ihre Arbeitsplätze Sorge tragen, interessiert ihn überhaupt nicht.Es ist an der Zeit, diesen Herrn zur Ordnung zu rufen!
Im Personenverkehr ist die Lage anders. Viele Fahrgäste sind Pendler, die auf den Personennahverkehr angewiesen sind und jetzt nur schwer ihre Arbeitsplätze erreichen können. Dass Studenten und Auszubildende jetzt wichtige Prüfungstermine verpassen, ist im Grunde unverantwortlich, es bedeutet einen großen Schaden für das Wirtschaftsleben, besonders aber für den Einzelnen. Das kann man noch unter Kollateralschäden abhaken.
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